Was macht eigentlich die KKI?

Die KKI engagiert sich im Kampf gegen Krebs bei Kindern. Wir haben uns zwei Schwerpunkte gesetzt. Zum einen helfen wir Kindern und ihren Familien, die jetzt gerade dem Schicksal einer Krebserkrankung gegenüberstehen. Zum anderen versuchen wir die Zukunft von Kindern mit Krebs zu verbessern, indem wir die Erforschung von Lymphdrüsenkrebs bei Kindern unterstützen. Allein von 2011 bis heute haben wir die KKI-Labore des Instituts für Pathologie und des Instituts für Humangenetik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit insgesamt 1.250.000 Euro für Geräte, Doktoranden und Betriebs- sowie Forschungsmaterialien unterstützt.

Und was machen die in Kiel?  

Viele Familien geraten durch die Krebserkrankung ihrer  Kinder in eine finanzielle Notlage. Hier helfen wir. An der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen unterstützen wir die Kinderkrebsstation und fördern dort Therapien, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Musiktherapie aber auch andere Angebote, die den Patienten helfen die Krankheit und ihre Behandlung besser zu ertragen. Unsere Forschungsförderung soll Lymphdrüsenkrebs bei Kindern in Zukunft besser erkennbar und behandelbar machen. Die KKI unterstützt die Forschung im Lymphknotenregister des Instituts für Pathologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Es handelt sich um eine Abteilung in der Blut, Knochenmark und Gewebeproben aus Lymphknoten von Kindern aus ganz Deutschland untersucht werden. Die Untersuchungen werden von den dortigen Spezialisten durchgeführt, um festzustellen, ob ein Kind an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Ist dies der Fall, klären die Ärzte und Wissenschaftler in Kiel, welche Art von Lymphdrüsenkrebs vorliegt, damit die behandelnden Ärzte die richtige Therapie auswählen können. Das KKI-Labor in Kiel unterstützen wir mit Laborgeräten und Reagenzien. Ziel der in den KKI-Laboren durchgeführten Forschungsprojekte ist es, über eine Aufklärung der Biologie der lymphatischen Tumore zu einer verbesserten Diagnose dieser Krebserkrankung beizutragen und eine Heilung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen zu erreichen. Dies ist gerade für jungen Patienten, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, extrem wichtig. In den vergangenen drei Jahren konnten die Kieler MitarbeiterInnen der KKI-Labore große Erfolge feiern. Die Publikationen der Ergebnisse in Fachzeitschriften können Ärzten auf der ganzen Welt als „Leitfaden“ für die Diagnose von Lymphdrüsenkrebs bei Kindern dienen. Das diese Arbeit von bedeutender Wichtigkeit ist, haben wir  gerade wieder erst in der Professor-Hess-Kinderklinik Bremen  erfahren, wo ein kleiner Patient aufgrund der Forschungsergebnisse aus Kiel lebensrettend behandelt werden konnte.

 

Hintergrundinformationen

Blutkrebserkrankungen, zu denen maligne Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) und Leukämien gezählt werden, sind die häufigsten Krebsarten bei Kindern. Die KKI engagiert sich seit 20 Jahren im Bereich der Erforschung von Lymphdrüsenkrebs bei Kindern und hat in dieser Zeit umfangreich die Forschungsprojekte der Arbeitsgruppe von Herrn Professor Reza Parwaresch am Lymphknotenregister in Kiel gefördert. Nach dem Tod von Professor Parwaresch im Jahre 2005 führen jetzt Mitarbeiter des Instituts für Humangenetik und der Sektion Hämatopathologie des Instituts für Pathologie die Forschungsprojekte gemeinsam unter Leitung von Professor Dr. med. Reiner Siebert und Professor Dr. med. Wolfram Klapper weiter.

Im Mittelpunkt der durch die KKI geförderten Forschungsprojekte steht die Frage, wie Veränderungen des Erbgutes der Tumorzellen zur Entstehung von Lymphdrüsenkrebs bei Kindern führen und wie diese Veränderungen das Ansprechen auf die Therapie und somit letztlich die Heilung der Erkrankung beeinflussen. In den vergangenen Jahren konnten die Kieler Wissenschaftler eine Reihe von neuen Krebsgenen identifizieren. Sie konnten in weltweit beachteten Studien, die in hochrangigen Fachzeitschriften publiziert wurden, zeigen, dass Veränderungen der Struktur, der Sequenz und der Aktivität von Genen in den Krebszellen zur Klassifikation von Lymphomen genutzt werden können. Diese Befunde haben z.T. sogar Eingang in die aktuelle Klassifikation dieser Erkrankungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefunden. Die in Kiel z.T. in internationalen Kooperationen durchgeführten Forschungsprojekte sollen dazu beitragen, die Diagnose und Behandlung von Lymphomen im Kindesalter zu verbessern und neue Zielstrukturen für eine „biologisch begründete“ Therapie zu identifizieren. Eingebunden sind die Untersuchungen in die von Professor Alfred Reiter (Gießen) geleitete bundesweite Studie zur Therapie von Lymphomen im Kindesalter, in welcher über 95% aller Kinder mit Lymphomen im Deutschsprachigen Raum behandelt werden und für die in Kiel zentral die pathologische Referenzdiagnostik durchgeführt wird.

Mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Analyse-System haben die Ärzte und Wissenschaftler die Möglichkeit, Veränderungen der Sequenz und Aktivität von Genen in den Tumorzellen zu bestimmen. In den mit dem neuen Analyse-System geplanten Forschungsprojekten soll unter anderem untersucht werden, wie Hormone oder auch Umweltfaktoren die Aktivität von Genen in Krebszellen beeinflussen.